Die Große Retrospektive: Die Retrospektive

Letzte Woche weihten wir unsere neuen Räumlichkeiten, das „Irrland“, mit einer „die große Retrospektive“ genannten Ausstellung des Künstlers Martin Krejci aka institut für leistungsabfall und kontemplation ein, und es war sehr, sehr schön.

Die Eröffnung am vergangenen Donnerstag war unerwartet gut besucht und von fast beseelter Atmosphäre. Die diversen Arbeiten machten sich aber auch ausgesprochen gut in dem kleinen Raum.

Leider kamen die meisten, die sich am Vorabend für Frank A. Schneiders Vortrag angekündigt hatten, am Freitag nicht, ob wegen dem miesen Wetter oder weil sie am Vorabend zu tief ins Glas geschaut hatten: Man weiß es nicht. Sie verpassten einen abermals sehr stimmungsvollen Abend; die Bamberger Außenstelle der Künstlergruppe monochrom, im übrigen Mitherausgeber der Testcard (siehe unten) und Autor des tollen NDW- und Postpunk-Buches „Als die Welt noch unterging“ brachte uns in einer urkomischen tour de force das incredibly strange genre des Sakropops näher, und nicht nur ich hatte mehrmals Tränen in den Augen vor Lachen.

Zu meiner Musikperformance „t.v.shit plays institut“ am Samstag um sechs (wegen diverser anderer Veranstaltungen schon vorverlegt) kamen, den Erwartungen entsprechend, außer unserer Crew nur an einer Hand verlesene Leute, aber dies war der Atmosphäre eher zuträglich; wir hatten das Irrland zu einer Pyjama-Party-Bettenburg umgebaut, und so konnte der geneigte Hörer zu den leicht sinister wabernden Ambientflächen und kaputten Beatfragmenten aus dem Krejci’schen Fundus (das Konzept war, nur Loops aus seinem Material zu verwenden, zu verfremden und mit Field Recordings von der Eröffnung zu montieren) mit geschlossenen Augen herumliegen und die Gedanken laufen, kreisen oder was auch immer lassen. Das Ergebnis und das Erlebnis waren so gut, dass wir a) mit dem Gedanken spielen, derartige Sessions nun öfter zu machen, und b) den Mitschnitt veröffentlichen wollen.

And just when you don’t expect it: Für das Sonntagabend-Finnissage-Screening des Sun Ra Films „Space Is The Place“ rechneten wir, uns inklusive, mit etwa drei Gästen und wurden positiv überrascht, wie gut sich der kleine Saal doch füllte. Ist aber auch ein Spitzenfilm.

Fazit: Es hätten mehr Menschen kommen können, wir arbeiten an unserem Outreach, aber auch so war’s, ich sag‘ jetzt einfach mal ganz platt: Der Hammer.

Visuelle Eindrücke kann man sich hier verschaffen.