Pink Panther in der Bayerstraße

Am gestrigen Samstag, den 21. Januar 2012, marschierte eine Gruppe von etwa 50 Nazis in München auf. Ziel war es, vom Hauptbahnhof zum Kafé Marat zu laufen und gegen die linke Kulturinstitution zu agitieren. Zuvor war bereits ein Farbanschlag auf die Einrichtung verübt worden. Die Demonstration wurde kurzfristig angemeldet, um eine Gegenreaktion zu erschweren. Obwohl die Polizei (700?) teilweise mit völlig unnötiger Härte gegen die friedlichen Demonstranten vorging, konnte auf der Lindwurmstraße durch eine Blockade das weitere Fortkommen der Faschisten verhindert werden. Lange sah es so aus, als würden die Einsatzkräfte die Blockade mit Gewalt räumen, gegen 17 Uhr wurde die Nazidemo jedoch aufgelöst und die Teilnehmer in die Ubahn verschifft, wo sie unter „Deutschland den Deutschen! Wir sind das Volk!“-Rufen abzogen.

Was mir wirklich Angst macht, ist die Tatsache, dass Leute wie der unerträgliche Martin Wiese, der wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags auf die Grundsteinlegung der Synagoge am Jakobsplatz nach sieben Jahren Haft kürzlich wieder freikam, friedlich und unter Schutz der Polizei durch die Münchener Innenstadt ihre Ideologie des Todes demonstrieren dürfen; so wurde über Lautsprecher auf einem Auto (Kennzeichen M W 3835) die Pink Panther-Melodie abgespielt, und trotzdem durften die Glatzen weitermarschieren. Unter Schutz der Polizei durften die Nazis ungestört die Demonstranten abfotografieren, damit sie uns in ihre Todeskartei aufnehmen können. Ich erinnere an einen Ausspruch, den Martin Wiese auf dem Frankentag in Roden-Ansbach getätigt haben soll: „…allen, die sich uns entgegenstellen“, soll er gedroht haben, sie „vor ein Volksgericht“ zu stellen und „wegen Deutschlands Hochverrats zu verurteilen – zum Tode“.

Halb so wild, nicht wahr?