Inglorious Basterds

Als ich damals aus dem Kino kam, war ich dermaßen begeistert von dem Film, dass ich es kaum in Worte fassen konnte. Allerdings fehlten uns auch deshalb die Worte, weil tatsächlich Nazis im Publikum saßen, die Leute im Publikum, die bei bestimmten Szenen klatschten, fotografierten.

Aus Recherchezwecken habe ich den Film am Mittwoch Abend auf DVD noch ein Mal gesehen.

Für mich liegt der größte Verdienst von Inglorious Basterds darin, der Fantasie, nur ein einziges Mal dem Übel das geben zu dürfen, was es verdient, Raum gibt. Hier wird nicht erklärt, hier wird nicht vermenschlicht, hier werden die Unmenschen ihrem verdienten Untergang entgegen geschickt. Das Ganze verpackt in eine packende Story, garniert mit einer Kino-Metaebene, die sich gewaschen hat. Die Darsteller, allen voran natürlich Herr Waltz, umwerfend. Das Finale ist derartig großartig und hymnisch, dass es sich in die Netzhaut einbrennt. Man kann über Tarantino denken, was man will, spätestens mit Inglorious Basterds hat er sich das Ticket in den Kino-Olymp verdient.