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this week in review: Japanische Kurzfilme, Feministisches Arbeits Kollektiv

Am Donnerstag zeigten Klaus Erich Dietl und Steffi Müller im Florida einige sehr spannende Kurzfilme von Künstlern aus Sapporo, die sie bei ihrer kürzlichen Reise kennenlernen konnten. Neben Diskussionen über das Neubauten-Konzert im Haus der Kunst (bin nach drei Stücken gegangen) und die Geniale Dillettanten-Ausstellung gab es Sojabohnen.

Samstag präsentierte das Feministische Arbeits Kollektiv (FAK) mit Ursprung in Karlsruhe das erste Magazin ‚Body of Work‘, auch im Florida, mit einer kleinen Performance. Empfehlenswert und vorbestellbar, ging am Freitag in Druck. Unter anderem ein Interview mit Michaela Mélian, aber auch der Rest der 180 Seiten ist hochinteressant gefüllt.

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Decode My Noise

Spannendes Wochenende: Am Freitag spielen Sonytagartony mit Beißpony und  Candelilla in der Milla, am Samstag wird in der Lothringer 13 der Kultfilm Decoder gezeigt mit anschließender Diskussion mit dem Hauptdarsteller FM Einheit (Einstürzende Neubauten); thematisch passend dann am Sonntag eine akkustische Stadterkundung in Freimann mit theoretischem Überbau und praktischen Field Recordings, die an einem zweiten Termin dann weiter verarbeitet werden. Mehr zu den Veranstaltungen um Decoder hier.

Inglorious Basterds

Als ich damals aus dem Kino kam, war ich dermaßen begeistert von dem Film, dass ich es kaum in Worte fassen konnte. Allerdings fehlten uns auch deshalb die Worte, weil tatsächlich Nazis im Publikum saßen, die Leute im Publikum, die bei bestimmten Szenen klatschten, fotografierten.

Aus Recherchezwecken habe ich den Film am Mittwoch Abend auf DVD noch ein Mal gesehen.

Für mich liegt der größte Verdienst von Inglorious Basterds darin, der Fantasie, nur ein einziges Mal dem Übel das geben zu dürfen, was es verdient, Raum gibt. Hier wird nicht erklärt, hier wird nicht vermenschlicht, hier werden die Unmenschen ihrem verdienten Untergang entgegen geschickt. Das Ganze verpackt in eine packende Story, garniert mit einer Kino-Metaebene, die sich gewaschen hat. Die Darsteller, allen voran natürlich Herr Waltz, umwerfend. Das Finale ist derartig großartig und hymnisch, dass es sich in die Netzhaut einbrennt. Man kann über Tarantino denken, was man will, spätestens mit Inglorious Basterds hat er sich das Ticket in den Kino-Olymp verdient.

Der letzte Kampf: The Final Verdict

Das gestrige Kino-Kommando befindet: Der letzte Kampf hat ein paar interessante Ideen und eine ansprechende Endzeit-Optik, letztendlich ist das Ergebnis aber eher unbefriedigend. Der Plot ist schrecklich oberflächlich, fast banal, die Musik meist unfreiwillig komisch inklusive Porno-Saxofon. Letztendlich lässt sich der Film auf die folgende Aussage runterkürzen: Männer wollen auch nach der Apokalypse ficken. Schade, denn das Setting hätte mehr hergegeben.