Tag Archiv für competition

Bericht: Die KW 44 in Textadventures

Sehr schön war’s! Wir hatten Zuschauerrekord im RL, der verrückte Grieche kam online kurz vorbei und verschwand mit den Worten „Mahlzeit“, Adam Thornton hatte uns immerhin auf maybe gesetzt.

Gespielt haben wir Irvine Quik & the Search for the Fish of Traglea (recht lustig, aber irgendwie buggy und großer Spießrutenlauf), The Sealed Room (schnell wieder abgebrochen; für ein angeblich konversationsbasiertes Spiel der reinste Rasenmäher mit völlig unattraktivem Setting mit Ehekrach zwischen einem Einhorn und einem Drachen, in den man magisch katapultiert wird. Sehr dröge.) und In A Manor Of Speaking, das ich aus Angst vor Nord and Burt links liegen lassen wollte, das aber doch echt ganz witzig war und uns gut unterhalten hat. Ein Riesenspaß war der Abend in jedem Fall, lustige Runde!

Die Woche in Textadventures: KW 42

Gestern im iRRland: Ein Livebroadcast ins Nichts feat. Dr. Kong, Dr. Apfel-Kirsch-Schorle und Dr. Knorkinger. War auch ohne Publikum sehr lustig, und wer zu viel Zeit hat, kann sich den Abend in Gänze auf youtube reinziehen, dann aber bitte bis ganz zum Ende (oder vorspulen), da gibt’s noch ’nen Hidden Track.

Wir haben „Changes“ von der ifcomp gespielt, das bisher erste Spiel des diesjährigen Wettbewerbs (mit Ausnahme des eher experimentellen howling dogs),das mich fasziniert hat. Eine wirklich gut geschriebene Sache.

Achtung, Spoiler!

 

Offenbar an Bord eines Raumschiffes schwer verletzt wacht man in Körper eines hasenartigen Wesens auf einem erdähnlichen Planeten wieder auf. Offensichtlich ist das Bewusstsein des Protagonisten transferiert worden, der nun gefangen im Hasenkörper die Emotionen der anderen Tiere des Planeten „erfühlen“ kann. Eine sonderbare Pflanze kann scheinbar tote und lebendige Wesen in einem neuen Wesen vereinen, allem Anschein nach muss man mit dieser Mechanik sich immer weiter in der Evolutionsleiter hocharbeiten, um endlich die Luke des havarierten Raumschiffs öffnen zu können.

Weit sind wir nicht gekommen, immer auf der Flucht vor dem Fuchs, immerhin haben wir Wege gefunden, ihn auszutricksen und den lustigen Otter bei Laune zu halten. Persönlicher Favourite: Der Stoner-Lemur. Sehr kompetent gebaut und getestet, spannende Prämisse, will ich unbedingt fertig spielen, nach über zwei Stunden vergebe ich eine 8. Dr. Bier-äh-Schorle war’s zu rätsellastig, Herr Lassen bzw. Riedel fand’s gut.

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The Small Underground Empire: Textadventures in KW41

Was vergangenen Dienstag geschah:

Während ich auf die anderen wartete, habe ich endlich „Across The Stars“ durchgespielt. Ich bin mir sicher, ich habe nicht „das gute Ende“ erwischt. Kann mir gut vorstellen, das Ganze noch mal von vorne zu spielen, so gut ist das gemacht. Aber aufpassen muss man schon, und keine Angst vor binären Zahlen haben. Da ich über mehrere Sessions verteilt und ohne eigene Notizen gespielt habe, musste ich ein paar Mal in die gut gemachten Hints schauen. Da ist noch einiges unerforscht. Kurz und gut: Ein wirklich tolles Oldschool-SF-Spiel, sehr gut implementiert, packend, gut geschrieben, aus dem Bauch raus sage ich mal 8/10. Was meint der Rest? Skript anbei.

Wir durften einen spontanen „Stargast“ begrüßen, Gerhard Lassen, Sprecher bei „Beer Slowly And Pee“ und Frontmann unserer virtuellen Undergroundband „The Worldwide Thundersound“ der sich den ganzen Quatsch mal interessiert aus der Nähe angesehen hat.

Wie angekündigt haben wir uns weiter durch die ifcomp-Beiträge gewühlt, mit etwas mehr Sitzfleisch als beim letzten Mal. Die Spiele im Einzelnen:

Valkyrie:

Dieses Choice-basierte Spiel ist (hätte ich ja auch mal vorher lesen können…) offenbar an einem Community-College in Colorado Springs im Rahmen eines Englischkurses entstanden, was einiges an seltsamen Grammatikfehlern erklärt. So wird häufig im selben Satz das Subjekt gewechselt, als wären unterschiedliche Personen für einzelne Satzteile zuständig gewesen (?). Die Geschichte an sich ist nicht uninteressant, offenbar ist man drogenabhängig und Waise und versucht sich, in eine von (zumeist) nordischer Mythologie inspirierte Fantasiewelt zu flüchten. Dem Genre inhärente, in diesem Falle leider oft unfreiwillig komische Textdumps ließen uns dann trotz interessantem Setting abbrechen. Choice-Spiele mit derart wenig spielerischen Elementen und langen Texten machen kollektiv gespielt leider wenig Spaß. Werde ich aber noch mal alleine rangehen, so Zeit vorhanden. NR

Murphy’s Law:

Erinnerte mich ein wenig an Bureaucracy, ohne dessen subtilen Witz zu teilen. Ein Spiel, das dem Spieler erst eine scheinbar banale Aufgabe (in diesem Falle das Ausschreiben eines Schecks) und in der Folge nicht abzusehende Steine vor die Füße wirft mit einem fingerzeigenden „Ha-Ha“, ohne für uns einsehbaren größeren Storybogen (kommt ja vielleicht noch später, wer weiß). Das Ganze technisch ohne Aussetzer, aber nicht recht inspirierend. Man möchte den Briefumschlag zukleben und verletzt sich dabei so, dass man binnen weniger Züge an Blutverlust stirbt, wenn man nicht rechtzeitig das Badezimmer findet. Und so geht es weiter. Murphy’s Law. Ha-ha. Aber schon ein Spiel, das man spielen kann, warum nicht. NR

Last Minute:

Ein Metaspiel in Choice-Manier über den Versuch, in letzter Minute ein ifcomp-Spiel fertig zu kriegen. Auf den ersten Blick nette Idee, ganz witzig geschrieben, fängt kollektiv nicht wirklich Feuer. NR

Sunday Afternoon:

Setting ganz interessant, Ende 19. Jhdt. Man ist gefangen in einem puritanischen Wohnzimmer und muss in den Schriften des christlich-fundamentalistischen Onkels lesen, obwohl man lieber nach draußen in die Sonne möchte. Interessantes Setting, auf den ersten Blick biederes Gameplay: Immer wieder die Figürchen auf dem Kaminsims ansehen, ein neues Objekt finden, die Tante darüber ausfragen. Haben wir nicht durchgehalten. NR

Body Bargain:

Man wacht nach einer Operation (Fettabsaugung und Tattoo-Entfernung?) in einem leicht futuristischen Hospitalkomplex auf, in dem ein Arzt sein Cyborg-Medizin-Unwesen treibt und uns offensichtlich für seinen Schüler hält? Wiederum ein interessantes Setting, das sich viel vornimmt und oft unfreiwillig komisch und buggy ist. So wird beschrieben, wie automatische Türen sich öffnen, nachdem der Interpreter ein (after opening the door) ausgegeben hat, wenn ich mich recht entsinne. Eine Jubelreview, wie sie Krähe offenbar gefunden hat, kann ich so nicht nachvollziehen, bisher reine Fetchquest mit Bugs, macht aber doch Lust auf mehr. NR

Two Guys On A Dromedar, Fallen Leaves And The Future Of Dr. Kong

Gestern ging die wegen geringer Beteiligung verlängerte Voting-Periode für den Herbstlaub-Interactive-Fiction-Wettbewerb zu Ende. Kollossale zehn Stimmen entschieden, dass unser Spiel, „Dr. Kong In: Exploding Poodle Inevitable“, den zweiten Platz unter zwei Einsendungen gemacht hat. Die genauen Statistiken kann man sich auf www.herbstlaub.org reinziehen. Gratulation an Michael Baltes für sein zugegebenermaßen tolles Gewinnerspiel „Homunculus“! Unser unkonventionelles Konzept ist wohl bei allen Mängeln durchaus auch auf offene Ohren gestoßen.

Wie geht’s nun weiter? Nachdem Michael ein in Bälde releasebares „Secret Project“ angekündigt und eine spannende Zukunft vorausgesagt hat, bin auch ich mal gespannt, wie es in IF-technisch so weitergeht. Dr. Bier und meine Wenigkeit wollen einen Blick über den Tellerrand der winzigen deutschen IF-Szene wagen, und mal sehen, welche an unkonventioneller Unterhaltung interessierten Zielgruppen man so anpeilen könnte. Desweiteren haben wir  beschlossen, unser bisheriges Portfolio nochmals in die Werkstatt zu schicken und aufzupolieren. Dr. Bier knöpft sich erstmal Teil 2 vor, ich nehme „Dr. Kong In: Plan DSDS From Practice Space“ auseinander und wage mich an die Übersetzung ins Deutsche. Teil 3 der Reihe wurde Ende letzten Jahres begonnen und befindet sich im Konzeptionsstadium. Dr. Bier meint, wir können das in einem Jahr schaffen, ich würde die Entwicklungszeit eher mal verdoppeln.

Diese kleine Webseite hier wird neben allerlei musikalischen Kapriziosen auch in puncto IF einiges zu bieten haben; ich würde gerne eine Interview-Reihe hier hosten, vielleicht kann die ja ein wenig Buzz generieren.

In diesem Sinne: Here’s to 2012.

Herbstlaub

Bevor ich’s vergesse: Bis zum 20.12., also bis Dienstag in einer Woche, läuft der Herbstlaub-Textadventure-Wettbewerb, bei dem wir unser Spiel „Exploding Poodle Inevitable“ eingereicht haben. Unser „Konkurrent“ ist „Homunculus“ von Michael Baltes, ein sehr schönes Spiel.

Hier ist die Wettbewerbsseite mit allen Infos zum Voting etc. und den Spielen als Download.

Hier hostet ifwizz die beiden Spiele mit Onlinespielmöglichkeit. Danke!