Tag Archiv für leipziger hörspielsommer

The Small Underground Empire: Textadventures in KW41

Was vergangenen Dienstag geschah:

Während ich auf die anderen wartete, habe ich endlich „Across The Stars“ durchgespielt. Ich bin mir sicher, ich habe nicht „das gute Ende“ erwischt. Kann mir gut vorstellen, das Ganze noch mal von vorne zu spielen, so gut ist das gemacht. Aber aufpassen muss man schon, und keine Angst vor binären Zahlen haben. Da ich über mehrere Sessions verteilt und ohne eigene Notizen gespielt habe, musste ich ein paar Mal in die gut gemachten Hints schauen. Da ist noch einiges unerforscht. Kurz und gut: Ein wirklich tolles Oldschool-SF-Spiel, sehr gut implementiert, packend, gut geschrieben, aus dem Bauch raus sage ich mal 8/10. Was meint der Rest? Skript anbei.

Wir durften einen spontanen „Stargast“ begrüßen, Gerhard Lassen, Sprecher bei „Beer Slowly And Pee“ und Frontmann unserer virtuellen Undergroundband „The Worldwide Thundersound“ der sich den ganzen Quatsch mal interessiert aus der Nähe angesehen hat.

Wie angekündigt haben wir uns weiter durch die ifcomp-Beiträge gewühlt, mit etwas mehr Sitzfleisch als beim letzten Mal. Die Spiele im Einzelnen:

Valkyrie:

Dieses Choice-basierte Spiel ist (hätte ich ja auch mal vorher lesen können…) offenbar an einem Community-College in Colorado Springs im Rahmen eines Englischkurses entstanden, was einiges an seltsamen Grammatikfehlern erklärt. So wird häufig im selben Satz das Subjekt gewechselt, als wären unterschiedliche Personen für einzelne Satzteile zuständig gewesen (?). Die Geschichte an sich ist nicht uninteressant, offenbar ist man drogenabhängig und Waise und versucht sich, in eine von (zumeist) nordischer Mythologie inspirierte Fantasiewelt zu flüchten. Dem Genre inhärente, in diesem Falle leider oft unfreiwillig komische Textdumps ließen uns dann trotz interessantem Setting abbrechen. Choice-Spiele mit derart wenig spielerischen Elementen und langen Texten machen kollektiv gespielt leider wenig Spaß. Werde ich aber noch mal alleine rangehen, so Zeit vorhanden. NR

Murphy’s Law:

Erinnerte mich ein wenig an Bureaucracy, ohne dessen subtilen Witz zu teilen. Ein Spiel, das dem Spieler erst eine scheinbar banale Aufgabe (in diesem Falle das Ausschreiben eines Schecks) und in der Folge nicht abzusehende Steine vor die Füße wirft mit einem fingerzeigenden „Ha-Ha“, ohne für uns einsehbaren größeren Storybogen (kommt ja vielleicht noch später, wer weiß). Das Ganze technisch ohne Aussetzer, aber nicht recht inspirierend. Man möchte den Briefumschlag zukleben und verletzt sich dabei so, dass man binnen weniger Züge an Blutverlust stirbt, wenn man nicht rechtzeitig das Badezimmer findet. Und so geht es weiter. Murphy’s Law. Ha-ha. Aber schon ein Spiel, das man spielen kann, warum nicht. NR

Last Minute:

Ein Metaspiel in Choice-Manier über den Versuch, in letzter Minute ein ifcomp-Spiel fertig zu kriegen. Auf den ersten Blick nette Idee, ganz witzig geschrieben, fängt kollektiv nicht wirklich Feuer. NR

Sunday Afternoon:

Setting ganz interessant, Ende 19. Jhdt. Man ist gefangen in einem puritanischen Wohnzimmer und muss in den Schriften des christlich-fundamentalistischen Onkels lesen, obwohl man lieber nach draußen in die Sonne möchte. Interessantes Setting, auf den ersten Blick biederes Gameplay: Immer wieder die Figürchen auf dem Kaminsims ansehen, ein neues Objekt finden, die Tante darüber ausfragen. Haben wir nicht durchgehalten. NR

Body Bargain:

Man wacht nach einer Operation (Fettabsaugung und Tattoo-Entfernung?) in einem leicht futuristischen Hospitalkomplex auf, in dem ein Arzt sein Cyborg-Medizin-Unwesen treibt und uns offensichtlich für seinen Schüler hält? Wiederum ein interessantes Setting, das sich viel vornimmt und oft unfreiwillig komisch und buggy ist. So wird beschrieben, wie automatische Türen sich öffnen, nachdem der Interpreter ein (after opening the door) ausgegeben hat, wenn ich mich recht entsinne. Eine Jubelreview, wie sie Krähe offenbar gefunden hat, kann ich so nicht nachvollziehen, bisher reine Fetchquest mit Bugs, macht aber doch Lust auf mehr. NR

Peel Slowly And Hear – Tatsachenbericht

Vergangenen Samstag war die große Volxvergnuegen-Sause zu Ehren von „The Worldwide Thundersound“, der Band, die es vielleicht nie gegeben hat (siehe hier).

Nachdem sogar die SZ einen großen Artikel im Bayernteil brachte, sind gar nicht so viele Leute gekommen, wie man befürchten hätte können, aber doch genug, um von einem ordentlichen Happening sprechen zu können. Zuerst brachten wir unser Hörspiel über die fiktive Münchener Underground-Band, garniert mit einer nicht ganz ernst gemeinten Slideshow inklusive mies geshoppter Bandfotos; kam gut an. Nach einer Pause ging dann die totgeglaubte Band zu Psychedelik-Visuals von Andy Sefzig auf die Bühne und bretterte ihr holpriges Programm durch, das in einer fast halbstündigen Improvisation kulminierte, während derer Trommeln umfielen, ein Kasten Bier nahezu leergeräumt und Séancen auf Sonic Youth und Ginsbergh gehalten wurden. Wow. Ein ziemlicher Spaß. Man könnte sich glatt ans Trommeln gewöhnen. Der Mitschnitt ist ziemlich großartig geworden dank Asmir Sabic, der uns verrückten Demenzkranken den perfekten Sound gezimmert hat trotz Problemen mit der Geige. Bald also auf CD!

Anbei ein kleines Bild vom Konzert courtesy of Hirnriss, der Rest demnächst auf der volxvergnuegen-Seite.!

6. Oktober: Hörspiel und Happening

Am Samstag, den 6. Oktober ist mal wieder eine Volxvergnuegen-Veranstaltung, und eine ziemlich lustige dazu: Unter dem Namen „Peel Slowly And Hear“ wird ein ganzer Abend einer je nach Blickwinkel fiktiven oder äußerst realen Band namens „The Worldwide Thundersound“ gewidmet. Wir präsentieren unser preisgekröntes Hörspiel über die Band, zeigen bei einem kurzen Diavortrag nie gesehene Fotos, und dann *TUSCH* wird die Band sich zu einem Reunion-Konzert zusammenfinden und in einem Multimedia-Happening (Antrag für flüssiges LSD liegt beim KVR) auseinanderfallen.

Wer also mit der Schnittmenge aus Hörspielkunst und Velvet Underground-Kult was anfangen kann, sollte sich das Datum im Kalender anstreichen (oder ins Smartphone tippen).

Samstag, 6.10.2012, Glockenbachwerkstatt, Blumenstr. 7, München, 20 Uhr.

Beer Slowly And Pee – The Worldwide Thundersound: Lost Tapes

Gestern auf der Finissage der Professor Blut-Ausstellung kurz den Tontechniker der legendären Band „The Worldwide Thundersound“ getroffen, der mir anbot, für die anstehende CD-Veröffentlichung unseres Hörspiels sein Musikarchiv zu öffnen. Man darf gespannt sein!

Beer Slowly And Pee gewinnt beim Leipziger Hörspielsommer

Das kam überraschend: Unser Hörspiel hat den Preis für das beste Langhörspiel bekommen! Leider konnten wir bei der Preisverleihung nicht dabei sein, aber eine Freundin sprang dankenswerterweise ein. Ein Grund mehr, eine kleine CD-Auflage herauszubringen am besten zusammen mit der Musik. Anbei ein Bild von unserem Triumphgemüse und Links zur Berichterstattung im Netz, weiter unten Links zu Artikeln auf dieser Seite die Entstehung betreffend.

Offizielles Festivalresummée

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Gallerie: Making of

Ankündigung